In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 1994 wurde Klaus R. in seiner Wohnung auf der Lützner Straße in Leipzig-Lindenau von Neonazis ermordet. Das Motiv der Täter war ein sozialdarwinistisches Weltbild. Bis heute steht eine offizielle Anerkennung von Klaus R. als Opfer rechtsextremer Gewalt aus. 32 Jahre nach der Tat – im Mai 2026 – organisierte die Translib Leipzig gemeinsam mit der Initiative „Rassismus Tötet! Leipzig“ eine Veranstaltungswoche zum Gedenken an Klaus R. In diesem Rahmen hielt die Sozialwissenschaftlerin Saskia Gränitz einen Vortrag: „Der Sozialdarwinismus der Straße. Zur Sozialpsychologie rechter Gewalt seit 1990 in Ostdeutschland„.
Diese Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge nimmt die Erinnerung an die Ermordung von Klaus R. zum Anlass, um über den spezifischen Charakter sozialdarwinistischer Gewalt nachzudenken. Neben Ausführungen von Saskia Gränitz kommen dabei Redebeiträge der Translib Leipzig und der Gruppe Alea zu Gehör. Zurückgegriffen wird auf die Studien zur autoritären Persönlichkeit von Erich Fromm, Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik und anderen. Eingang in die Collage finden zudem literarische Verarbeitungen der Basballschlägerjahre.
Musik: Levantis – Exploding Boxes | Giuseppe Ielasi – 04 (Down on darkened Meetings) | Scott Gibbons / Lilith – Reciprocal | Coil – S is for Sleep | Ora Clementi – Charioteers | Neurosis & Jarboe – Within | Mase – Giftiges Verlangen
Weiterlesen & -hören:
- Mitschnitt des Vortrags von Saskia Gränitz
- Niemals Vergessen – Eine Dokumentation Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig
- Redebeitrag der Translib
- Redebeitrag der Gruppe Alea
- Daniel Schulz – Wir waren wie Brüder (Essay | Feature | Roman)
- Hendrik Bolz – Nullerjahre. Jugend in blühenden Landschaften (Roman)
- Offener Prozess – Ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex

[…] In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 1994 wurde Klaus R. in seiner Wohnung auf der Lützner Straße in Leipzig-Lindenau von Neonazis ermordet. Das Motiv der Täter war ein sozialdarwinistisches Weltbild. Bis heute steht eine offizielle Anerkennung von Klaus R. als Opfer rechtsextremer Gewalt aus. Diese Ausgabe der Sendereihe Wutpilger-Streifzüge nimmt die Erinnerung an die Ermordung von Klaus R. zum Anlass, um über den spezifischen Charakter sozialdarwinistischer Gewalt nachzudenken. Neben Ausführungen von Saskia Gränitz kommen dabei Redebeiträge der Translib Leipzig und der Gruppe Alea zu Gehör. Zurückgegriffen wird auf die Studien zur autoritären Persönlichkeit von Erich Fromm, Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik und anderen. Eingang in die Collage finden zudem literarische Verarbeitungen der Basballschlägerjahre. Weitere Infos und Hinweise zum Weiterlesen: hier. […]